November Nine 2011: Der Finaltisch des WSOP Main Events

Die November Nine 2011 sind bis heute einer der bekanntesten Finaltische der Poker-Geschichte. Neun Spieler kehrten nach vier Monaten Pause zurück, um das Bracelet unter sich auszuspielen. Pius Heinz ging als Chipleader in den Finaltisch — und verließ ihn als Weltmeister. Dieser Artikel zeigt die Aufstellung und die entscheidenden Momente.
Die neun Finalisten
Der Finaltisch war international besetzt: Neben Heinz (Deutschland) und Staszko (Tschechien) saßen Spieler aus der Ukraine, Irland, England, Kanada und den USA am Tisch. Die Spanne reichte vom Online-Grinder bis zum erfahrenen Live-Profi. Für die meisten war es der größte Zahltag ihrer Karriere.
| Platz | Spieler | Land | Preisgeld (US-Dollar) |
|---|---|---|---|
| 1 | Pius Heinz | Deutschland | 8.715.438 |
| 2 | Martin Staszko | Tschechien | 5.433.086 |
| 3 | Ben Lamb | USA | 4.021.138 |
| 4 | Matt Giannetti | USA | 3.012.700 |
| 5 | Phil Collins | USA | 2.269.599 |
| 6 | Badih Bounahra | Kanada | 1.720.831 |
| 7 | Eoghan O'Dea | Irland | 1.304.841 |
| 8 | Anton Makiievskyi | Ukraine | 1.001.120 |
| 9 | Samuel Holden | England | 782.489 |
Quelle: Offizielle Ergebnislisten der WSOP 2011. Preisgelder gerundet wiedergegeben.
Chipleader mit Auftrag
Pius Heinz startete als Chipleader der November Nine in den 6. November. Das brachte Komfort, aber auch Erwartungsdruck: Ganz Deutschland schaute zu. In den ersten Stunden des Finaltisches hielt er seinen Stack konstant über dem Durchschnitt. Die kürzeren Stacks mussten handeln — genau dort setzt die Push-Fold-Strategie an.
Die entscheidende Schlussphase
Am dritten Finaltag blieben nur noch Heinz und Staszko übrig. Das Heads-Up begann ausgeglichen und wogte lange hin und her. Mehrfach übernahm Staszko die Führung, mehrfach holte Heinz sie zurück. Schließlich fand die letzte Hand ihr Ende: As-König bei Heinz, ein Paar Achter bei Staszko — das Board brachte den König und die Entscheidung.
Lehren aus dem Finaltisch
- Der Chipleader-Vorteil ist real: Heinz konnte jede Bubble-Phase des Tisches aggressiv nutzen.
- Lange Heads-Up-Phasen gewinnen Spieler mit besserer Ausdauer und stabileren Ranges — siehe Heads-Up-Strategie.
- ICM-Druck entscheidet an großen Finaltischen oft mehr Hände als reine Kartenglück-Faktoren.
- Die viermonatige Pause veränderte Vorbereitungen fundamental — ein Format, das es heute so nicht mehr gibt.
Fazit
Die November Nine 2011 machten aus einem Bonner Studenten einen Weltmeister und aus Poker ein deutsches Medienereignis. Der vollständige Turnier-Rückblick steht im Artikel WSOP Main Event 2011. Wie es danach für Heinz weiterging, beschreibt die Karriere-Übersicht.
Pius Heinz